Mittwoch, 11. April 2012

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Autorengruppe ist aus Rhöner Schreibwerkstatt der Volkshochschule des Landkreises hervorgegangen
Schreibspechte senden Klopfzeichen


Fulda (bx). Sie sind ein kreativer „Schwarm“ und unterstützen einander, wenn sie zur Feder gegriffen haben: „Die Schreibspechte“ tummeln sich mit besonders wachen Sinnen im Wald des Lebens und senden Klopfzeichen aus Worten (und mehr).


Zu dieser heimischen Autorengruppe zählen Gabriele Schütz (der „Kontakt-Specht“, siehe Artikelschluss), Michael Gellings, Ursula Gollbach, Anna Gerlinde Kielburger, Maru Peca, das Ehepaar Karin und Lothar Reichardt sowie Anna Rinn-Schad. Sie haben jeweils ihre Bilder, Geschichten oder auch Verse im Kopf, die sie zu Papier bringen. „Gedanken und Ideen sind flüchtig, aber durch das Schreiben bekommen sie Form und einen Hauch Ewigkeit“, schildert Schütz. Für Rinn-Schad ist die Tätigkeit als Autorin mit der Schauspielerei vergleichbar: „Man hat durch das Hineinversetzen in die Hauptperson quasi die Möglichkeit, ein anderes Leben auszuprobieren, was sehr bereichernd sein kann.“



Nach den Erfahrungen von Karin Reichardt beruhen ihre eigenen (Sagen-)Geschichten auf Einfällen. „Mir fällt etwas zu“, berichtet sie. Dass Schreiben viel mit Fantasie zu tun hat, unterstreichen unter anderem auch die Texte von Lothar Reichardt. Durch seine Studienzeit in London ist Gellings' schöpferisches Wirken nicht zuletzt angelsächsisch inspiriert.


Inzwischen in Italien wohnt Peca, die jetzt vor allem via Internet eingebunden ist und das Schreiben sowie Vortragen von Sprachwerken generell als lebenswichtig für sich erachtet. Während Kielburger es vor allem spannend findet, wohin die Eigendynamik der Texte diese führt, hält Gollbach beim Schreiben viel von „kurz und bündig“. Sie ist nach eigenen Angaben zu den Spechten gestoßen, weil sie die Liebe zur Sache und die Ernsthaftigkeit schätzt, mit denen die Mitglieder durch ihre Impulse gruppenintern an Kollegentexten mitfeilen. So sitzen die Autoren gerne um den Küchen- bzw. Esstisch des gastgebenden Spechts, lesen sich gegenseitig ihre Arbeiten vor und sprechen darüber. Gellings empfindet das beispielsweise als hilfreich: „Texte entwickeln sich ja.“ Auch bei den Lesungen und Buchprojekten der Autorengruppe bestätigt sich der Grundsatz „Gemeinsamkeit macht stark“. So wurden von den Schreibspechten bislang die Gruppenbände „… zu viel Bein…“ und „Treppen, Türme, Träume“ veröffentlicht. Sehr lesenswert ist auch das Lyrikbuch „Blickwinkel“ der drei Spechte Kielburger, Peca und Schütz. Passionierte Kurzkrimi-Schreiberinnen sind übrigens Rinn-Schad und Schütz.


Die Autorengruppe ist aus der Rhöner Literaturwerkstatt hervorgegangen, die zur Volkshochschule des Landkreises Fulda gehört hat und von Jürgen Herwig geleitet worden ist. Etliche Mitglieder haben schon Preise gewonnen oder können auf Projekterfolge zurückblicken. Gerastet wird nicht: Gellings arbeitet mit Komponist Steffen Dargatz an einem Musical über die „Hexen“-Verfolgung in Fulda, und zwei andere Spechte stellen zurzeit aus: Kielburger ist mit Gemälden und Zeichnungen im Lauterbacher Weinkontor vertreten und Karin Reichardt mit einer Fotopräsentation im Bonifatiushaus Fulda. Näheres über die Autorengruppe bei Gabriele Schütz unter Telefon (0661) 43144.

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